Im September wurde das Rosewood Chancery Hotel zum Schauplatz eines besonderen Moments der London Fashion Week: Bolon gestaltete den Laufsteg für Roksandas Spring/Summer-2026-Kollektion.
Seit 2005 steht Roksandas Mode für kraftvolle Farben, klare Silhouetten und ein selbstbewusstes Verständnis von Weiblichkeit. In diesem Jahr wurde der Laufsteg selbst zum erzählerischen Element: Bolons gewebter Boden diente als architektonisches Fundament ihrer Präsentation.
Im Gespräch mit der Designerin ging es um Inspirationen, um die Rolle von Raum und Material in der Mode – und darum, wie sich die Zukunft von Design und Fashion verändert.
Roksanda, welche Botschaft möchtest du mit deiner neuen Kollektion vermitteln?
Die Kollektion erforscht die Spannung zwischen Struktur und Weichheit – inspiriert von Barbara Hepworth und ihrem Spiel mit Form und Negativraum. Es geht darum, Kleidungsstücke zu schaffen, die Stärke und Verletzlichkeit zugleich tragen. Eine stille Hommage an emotionale Tiefe.
Der Laufsteg im Rosewood Chancery Hotel wurde mit Bolon-Boden gestaltet. Welche Rolle spielen Raum und Material bei deiner Präsentation?
Die Textur von Bolon spiegelt den Dialog der Kollektion zwischen industriell und organisch wider. Sie verstärkt die skulpturale Qualität der Entwürfe, und ich mag, wie der Boden sie in einen architektonischen Kontext stellt. Sowohl meine Designs als auch Bolons Böden spielen mit Licht und Schatten – und schaffen dadurch Tiefe in einer ansonsten zweidimensionalen Oberfläche.
Du entwirfst seit jeher Mode für Frauen und setzt dich für weibliche Perspektiven ein. Wie prägt dieser Ansatz deinen heutigen kreativen Prozess?
Ich möchte die Komplexität des Frauseins widerspiegeln: Stärke, Zartheit, Widerspruch. Jedes Design ist wie ein Gespräch mit den Frauen, die es tragen – geprägt von ihren Bedürfnissen, ihren Geschichten und ihrer Kraft.
Welche Tendenzen siehst du für die Zukunft der Mode und des Designs?
Nachhaltigkeit und Handwerk. Es gibt eine Bewegung hin zu Gestaltung, die auf Sorgfalt, Intention und Langlebigkeit basiert.